Orgelprojekt Nastätten 2003


Im Jahr 1860 baut der Orgelbauer Voigt aus Wiesbaden-Igstadt für die Evangelische Kirche in Nastätten eine schöne klangvolle Orgel, die seit dieser Zeit musikalisch die Gottesdienste und Konzerte begleitet.

Um 1970 wurde diese Orgel umgebaut, was sich auf sowohl Umfang als auch Klangeigenschaften negativ auswirkte:
Die Orgel wurde hierbei verkleinert und einzelne Klänge, insbesondere charakteristische Klangfarben, wurden ausgebaut und durch eher unbedeutende Klänge ersetzt.
Diese beiden Tatsachen schränken die klanglichen Möglichkeiten für den Einsatz der Orgel besonders im Gottesdienst, aber auch bei anderen kirchenmusikalischen Veranstaltungen wie z. B. Orgelkonzerten bzw. Konzerte für Orgel und andere Instrumente, Geistliche Abendmusiken ungemein ein.

Da ich seit August 1999 als Dekanatskantor meinen Sitz in der Evangelischen Kirchengemeinde Nastätten habe, ist es mir ein dringendes Anliegen, die dortige Orgel wieder in ihrem ursprünglichen Klangbild spielen zu können, damit die Begleitung des Gemeindegesangs bei den Gottesdiensten und die Orgelliteratur in Konzerten noch schöner wird und weitere klangliche Möglichkeiten dafür bietet.

Nachdem im Sommer 2001 zwei Orgelsachverständige unserer Landeskirche die Orgel begutachtet hatten, stellte man fest, dass ungefähr die Hälfte an altem Material nochvorhanden ist, so dass eine Rekonstruktion dieser Orgel für sehr sinnvoll betrachtet wird und äußerst lohnenswert ist.

Nach Einholen diverser Angebote von Orgelbaufirmen in 2001/02, wurde ein Angebot der Firma Bosch (Kassel) in die engere Wahl gezogen.
Der Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Nastätten beschloss mit mir im Herbst 2002, die Orgelbaumaßnahme auf zwei Abschnitte zu verteilen.

Im Sommer 2003 wurde dann eine erste Teilrekonstruktion vollzogen.
Die inzwischen beauftragte Orgelbaufirma Bosch aus Kassel hatte es sich zur Aufgabe gemacht, zwei für diese Orgel nicht historische Klangfarben ( = Register) wieder zu entfernen und durch originale Register zu ersetzen, sowie ein halbes Register zu vervollständigen: Dies beinhaltete, die im Pedal vorhandene Hälfte der „Trompete“ zu ergänzen und diese wieder in das erste Manual zu versetzen und eine „Posaune“, zusammen mit einem „Violonbass“ (das ist ein Register, das ähnlich wie ein Cello klingt), in das Pedal einzubauen.

So machten sich die Orgelbauer ans Werk. Um mir im Vorfeld schon einmal Bild der neuen Register machen zu können, besuchte ich im August 2003 den Betrieb der Orgelbaufirma Bosch in Kassel. Dazu wollte ich auch nach der Orgel aus der Kapelle Buch schauen, die sich zum gleichen Zeitpunkt wegen einigen Reparaturen und klanglichen Verbesserungen in der Werkstatt befand. Verbunden mit dem Besuch bei Bosch war gleichzeitig eine Führung durch die gesamten Räume der Orgelbauwerkstatt, die äußerst beeindruckend war. So einen Besuch in einem Orgelbaubetrieb kann ich nur empfehlen!

Als dann zum damaligen Erntedankfest die Fertigstellung der Orgel mit ihren ergänzenden Registern in der Evangelischen Kirche Nastätten erfolgte, war die Freude bei der Kirchengemeinde groß: In dem Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der Kirche konnte ich die neuen Klangfarben der Orgel gleich vorstellen, sowohl einzeln, als auch in Kombination mit den vorhandenen Registern.

Der erste Schritt der Rekonstruktion der Orgel der Evangelischen Kirche Nastätten hatte sich also in jeder Hinsicht gelohnt.

Eine große Bedeutung liegt nun in der Fortsetzung des Orgelprojektes Nastätten:
Zum einen ist die Windversorgung wirklich nicht optimal, so dass in diesem Bereich auf jeden Fall noch etwas geändert werden muss.
Wenn die Orgel darüber hinaus zum anderen komplett in ihre ursprüngliche Gestalt zurückgeführt wird und somit das original historische Klangbild wieder erreicht ist, werden die vorhandenen Klänge durch die zu ergänzenden bzw. auszutauschenden Register abgerundet. Die Orgel wird dann wesentlich mehr Fundament im Klang bekommen und vor allem auch an Volumen gewinnen.

Sie können sich natürlich an der Unterstützung des Orgelprojektes Nastätten aktiv beteiligen!
Mit Spenden auf das Konto der Evangelischen Kirchengemeinde Nastätten (Nassauische Sparkasse Nastätten, Kontonr. 563 006 722, BLZ 510 500 15, Stichwort: Orgelprojekt) bringen Sie die weitere Rekonstruktion der historischen Nastätter Orgel mehr und mehr voran.

Dieser erstrebenswerte Umbau ist für die Kirchenmusik eine starke Bereicherung!